Berliner Staatsanwaltschaft rüstet auf gegen Cyberkriminalität

ebaySeit dem 1. August 2015 hat die Staatsanwaltschaft  Berlin eine eigene Abteilung namens Cyberkriminalität (Abt. 257) bestehend aus vier Staatsanwälten. Oberstaatsanwalt Thomas Linke ist Leiter der neuen Abteilung

Staatsanwälte gegen Cyberkriminalität

„Das Thema ist nicht neu“, sagt Hauptabteilungsleiter Oberstaatsanwalt Michael Stork, der für organisierte Kriminalität zuständig ist, „wir haben dazu natürlich auch in der Vergangenheit ermittelt“. Nun aber soll es noch systematischer gehen.

(Quelle: Morgenpost vom 16.08.2015)

Für das Jahr 2015 waren insgesamt 6 Stellen für die Abteilung Cyberkriminalität der Staatsanwaltschaft Berlin geplant, aber erst 4 geschaffen. Hier wird bald nachgezogen. Der Etat der Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz hat ein Volumen von 903 Millionen Euro (2016) und 918 Millionen Euro (2017). Für Gerichte und Strafverfolgungsbehörden sind insgesamt 174 Stellen neue Stellen vorgesehen, darunter 24 Mitarbeiter bei der Staatsanwaltschaft, die auf die Bereiche Organisierte Kriminalität, Cybercrime und Salafismus verteilt werden (Quelle: RBB-Online vom 05.10.2015)

Ermittlungen wegen Betrugs bleibt vorrangige Aufgabe

Tätigkeitsschwerpunkt der neu eingerichteten Abteilung wird weiterhin der Waren- und Warenkreditbetrug im Zusammenhang mit Online-Handel sein. Beide Erscheinungsformen sind als Betrug gemäß § 263 StGB strafbar. Beim Warenbetrug bietet der Verkäufer Waren an, die er gar nicht besitzt oder jedenfalls nicht versendet. Ziel des Täters ist es, eine Zahlung des Käufers zu erhalten, ohne die Ware zu liefern. Der Warenkreditbetrug ist das Gegenstück. Hier will der Käufer die Ware erhalten ohne sie zu bezahlen, indem er einen falschen Namen benutzt, an eine andere Adresse liefern lässt oder auf andere Weise seine Identität verschleiert.

90 Prozent aller in Berlin registrierten Fälle rund ums Internet sind nach Polizeiangaben Betrugstaten. Am häufigsten sind die Beamten damit beschäftigt, Fälle aufzuklären, wenn Kriminelle virtuell beim Kauf oder Verkauf von Waren zugeschlagen haben. Laut der jüngsten Kriminalitätsstatistik werden rund drei Viertel der gesamten Fälle von Warenbetrug mittlerweile im Internet begangen.

(Quelle: Morgenpost vom 02.03.2015)

Diese Fallzahlen bestätigt Staatsanwalt Marcus Hartmann, der Behördenbeauftragte für Computerkriminalität:

80 Prozent aller Betrugsdelikte geschähen mittlerweile mittels EDV oder Datennetzen, so der Staatsanwalt.

(Quelle: Morgenpost vom 16.08.2015)