IT-Durchsuchung im Unternehmen

Unternehmen und die bei ihnen gespeicherten Daten sind eine wichtige Quelle für Beweismittel. Wie sollen Unternehmen reagieren, wenn Ermittler wissen wollen, wo die Server stehen? Rechtsanwalt Björn Krug und Rechtsanwältin Diana Nadeborn erläutern in ihrer Beitragsserie „IT-Durchsuchung im Unternehmen“ für das IWW Institut – Digitalisierung und Recht, was zu beachten ist.  Teil 1 gibt ein Überblick zum Ablauf einer IT-Durchsuchung im Unternehmen und ihre gesetzlichen Vorgaben. Teil 2 stellt Kooperationsvereinbarungen und die damit verbundenen strafrechtlichen Risiken für Mitarbeiter des Unternehmens dar.

IT-Durchsuchung – Was Administratoren beachten müssen

Die Gewinnung digitaler Beweismittel durch Datensicherung – die sog. IT-Durchsuchung – gehört zu jedem Wirtschafts- und IT-Strafrechtsverfahren. Dienstlich genutzte E-Mail-Konten sind für die Strafverfolgungsbehörden ebenso interessant wie Dokumente, die auf einem Laufwerk des Unternehmens abgelegt sind. Aber eine IT-Durchsuchung hat viele Verlierer.

Entschädigung für PC-Beschlagnahme

Wer durch eine Beschlagnahme einen Schaden erleidet, kann Entschädigung aus der Staatskasse verlangen. Auf Handy und Laptop bzw. PC will keiner verzichten, auch Tatverdächtige nicht. Die Beschlagnahme dieser Geräte für Ermittlungen sollte nur wenige Tage andauern, schließlich geht es in der Regel um die Auswertung der darauf gespeicherten Daten.

Gebt die Bitcoins frei!

Bitcoins spielen bei Straftaten und deren Ermittlung eine zunehmende Rolle. Sie werden als Zahlungsmittel beim Handel mit Zugangsdaten verwendet. Sie dienen der Verschleierung der Zahlungswege eines Betrugs mit anschließender Geldwäsche. Oder sie sind Tatbeute bei einer Erpressung mit Ransomware. Am Beispiel der digitalen Erpressung wird erklärt, welche Möglichkeiten zur Wiedererlangung der Bitcoins die Ermittlungsbehörden inzwischen haben.

Keine heimliche Beschlagnahme von Emails

Berliner Anwaltsblatt JanFeb2016Die Beschlagnahme von Emails darf nicht heimlich erfolgen. Wenn die Staatsanwaltschaft sich dafür an den Provider wendet, muss sie den Beschuldigten im Anschluss darüber informieren. In der Praxis erfährt der Beschuldigte davon jedoch häufig erst im Rahmen der Akteneinsicht. Dann wurden die Beweismittel bereits ausgewertet und eine Beschwerde dagegen kommt zu spät. Der Bundesgerichtshof kritisierte die fehlende Mitteilung an den Beschuldigten und betonte, dass Ermittlungsbehörden die Beschlagnahme nicht aus ermittlungstaktischen Gesichtspunkten verheimlichen dürfen. Mehr dazu können Sie in meinem Beitrag im Berliner Anwaltsblatt, Heft 1-2/2016, S. 31 lesen.