Cybercrime – aktuelles Lagebild (I)

Bild PolizeiautoCybercrime – Was ist das und wenn ja, wie viele? Mit Computern und über das Internet werden jährlich hunderttausende Straftaten begangen, um Daten zu erlangen, zu manipulieren oder zu zerstören. Früher Informations- und Kommunikationstechnik (kurz: IuK) -Kriminalität genannt, fasst das Bundeskriminalamt heute unter dem Begriff „Cybercrime“ Straftaten zusammen, die sich gegen das Internet, weitere Datennetze, informationstechnische Systeme oder deren Daten richten sowie solche Straftaten, die mittels dieser Informationstechnik begangen werden (Quelle: BKA, Cybercrime Bundeslagebild 2012). Dazu zählt das BKA sechs Deliktsgruppen:

  • Computerbetrug,
  • Betrug mit Zugangsberechtigungen zu Kommunikationsdiensten,
  • Fälschung beweiserheblicher Daten,
  • Täuschung im Rechtsverkehr bei Datenverarbeitung,
  • Datenveränderung / Computersabotage,
  • Ausspähen, Abfangen von Daten einschl. Vorbereitungshandlungen.

Zwar werden weitere Erscheinungsformen, wie Phishing im Bereich Onlinebanking, digitale Erpressung z. B. mit gezielten DDoS-Attacken oder Verletzungen des Urheberrechts, ebenfalls mittels Informationstechnik begangen. Sie werden jedoch von der Polizei statistisch in anderen Deliktsgruppen erfasst.

Am 04.06.2014 veröffentlichten das Bundesinnenministerium und die Konferenz der Innenminister die Polizeiliche Kriminalstatistik 2013. Daraus geht hervor, dass die Straftaten im Bereich Cybercrime – bzw. deren Entdeckung – weiter ansteigen:

„Im Jahr 2013 wurden 257.486 Fälle erfasst, die unter Nutzung des Tatmittels Internet begangen wurden (2012: 229.408 Fälle). Dies bedeutete einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 12,2 Prozent. Überwiegend handelte es sich hierbei um Betrugsdelikte (Anteil: 70,2 Prozent; 180.826 Fälle), darunter vor allem Warenbetrug (26,4 Prozent, 2012: 23,6 Prozent). 7,0 Prozent aller mit dem Tatmittel Internet begangenen Delikte sind Fälle von Computerbetrug (2012: 8,2 Prozent). Dessen Fallzahl ist von 18.829 (2012) auf 18.018 (2013) gesunken. Die Verbreitung pornografischer Schriften über das Internet ist von 5.031 Fällen auf 6.597 Fälle gestiegen (+31,1 Prozent); das sind 2,6 Prozent aller mit Tatmittel Internet begangenen Fälle. Beim Ausspähen und Abfangen von Daten, einschließlich Vorbereitungshandlungen ist die Fallzahl mit einem Anteil von 5,2 Prozent (13.348 Fälle) leicht rückläufig (2012: 6,0 Prozent bei 13.739 Fällen).

Die Computerkriminalität ist im Jahr 2013 um 1,0 Prozent auf 88.722 Fälle angestiegen. Dies ist überwiegend auf eine Steigerung der Fallzahlen zur Fälschung beweiserheblicher Daten und Täuschung im Rechtsverkehr bei Datenverarbeitung (+14,5 Prozent auf 9.779 Fälle) sowie der Datenveränderung und Computersabotage (+17,6 Prozent auf 12.766 Fälle) zurückzuführen.“

PKS 2013

(Quelle: BMI, Polizeiliche Kriminalstatistik 2013)