Cybercrime –aktuelles Lagebild (II)

Das Bundeskriminalamt zeigt sich in dem am 27.08.2014 veröffentlichten Cybercrime Bundeslagebild 2013, das auf der Auswertung der Polizeilichen Kriminalstatistik 2013 beruht, besorgt: „Das Phänomen Cybercrime nimmt in der polizeilichen Aufgabenwahrnehmung eine immer größere Rolle ein. Dabei entgrenzt das Internet die Kriminalität in nahezu allen Deliktsbereichen und bietet zugleich durch die Anwendung der zahlreich vorhandenen Verschlüsselungs- und Anonymisierungsmöglichkeiten eine geeignete Plattform zur Vorbereitung und Begehung von Straftaten.“

Dabei blieben die Fallzahlen nahezu unverändert:

PKS 2013 (2)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie bereits im Jahr zuvor (vgl. Cybercrime –aktuelles Lagebild (I)) stehen die Begehungsformen des Phishing und der digitalen Erpressung im Fokus der Betrachtung – obwohl sie von der Polizei statistisch nicht in der Deliktsgruppe Cybercrime sondern unter den PKS-Schlüsseln der einzelnen Tathandlungen erfasst werden.

Phishing

„Nachdem u. a. durch verschiedene Schutzmaßnahmen, die verstärkte Nutzung des mTAN-Verfahrens (auch bezeichnet als smsTAN) als Sicherungsmethode im Onlinebanking sowie eine noch intensivere Sensibilisierung der Anwender eine annähernde Halbierung der Fallzahlen im Jahr 2012 erreicht werden konnte, zeigt sich für das Jahr 2013 wieder ein merklicher Anstieg. Hauptgrund hierfür dürfte sein, dass sich die Täterseite den veränderten Rahmenbedingungen technisch angepasst und neue oder verbesserte Schadsoftware entwickelt hat, um entsprechende Transaktionsverfahren zu umgehen.“ (Quelle: Cybercrime Bundeslagebild 2013).

Digitale Erpressung

„Nach Einschätzung des BKA hat sich diese Art von Erpressung weiter ausgebreitet, insbesondere in der Ausprägung von Forderungen nach „digitalem Lösegeld“. Allein für das Jahr 2013 registrierte das BKA 6.754 Fälle von digitaler Erpressung unter Einsatz sogenannter ‚Ransomware‘.“ (Quelle: Cybercrime Bundeslagebild 2013). (Dazu ausführlich: Digitale Erpressung von iPhone-Besitzern.)