Ausspähen von Daten

§ 202a StGB

1. Rechtsgut: Verfügungsbefugnis

Der "Hacker-Paragraph" schützt das formelle Verfügungsrecht des Besitzers (BGH, Urteil vom 10.05.2005, Az. 3 StR 425/04), d. h. sein Recht über Weitergabe oder Übermittlung der Daten zu entscheiden, vor unbefugtem Zugriff durch Datendiebstahl (Quelle: Bosch in: Satzger/Schluckebier/Widmaier, StGB, 2. Aufl. 2014, 202a Rn. 1). Die Verfügungsbefugnis ist ein Vollrecht über Daten, das die Befugnis umfasst, mit ihnen nach eigenem Willen zu verfahren und Dritte hiervon auszuschließen (Quelle: Selz, DSRITB 2015, 915, 924).

Das Verfügungsrecht entsteht mit der Erstabspeicherung und ist unabhängig vom Eigentum am Datenträger und von der Betroffenheit hinsichtlich des Dateninhalts (Quelle: Bosch, aaO, Rn. 4, 9).

2. Tatobjekt: Daten

Der unbefugte Zugriff auf die Daten ist nur strafbar, wenn der Zugang Unbefugter z. B. durch Passwörter oder Verschlüsselung erkennbar zumindest erschwert werden sollte (Quelle: Bosch, aaO, Rn. 5).

3. Tathandlung: Ausspähen

Die Tat ist bei Erlangen der tatsächlichen Herrschaft über die Daten, insbesondere durch Kopieren des Datenträgers, verwirklicht (Quelle: Bosch, aaO, Rn. 6).