IP-Tracking

IP-Tracking ist eine Maßnahme zur Identifizierung verdächtiger Internetnutzer. Dabei wird durch die Ermittlungsbehörden unter anderer Kennung eine E-Mail versendet, die mit einer verdeckten Lesebestätigungsfunktion versehen ist. Die Lesebestätigungsfunktion besteht zB aus funktionslosen und transparenten Bildern oder sonstigen Dateieinbettungen (sog. iFrames). Wenn der Nutzer die E-Mail öffnet, werden diese Dateieinbettungen bei bestehender Internetverbindung von einem externen Server nachgeladen. Dabei wird notwendigerweise auch die aktuelle IP-Adresse des Internetanschlusses an den externen Server übertragen, von dem Lesebestätigungsdienst mitgeloggt und an die Ermittlungsbehörden weitergegeben. (Quelle: Krause, NStZ 2016, 139)

Es ist umstritten, ob das IP-Tracking zum Zwecke der Strafverfolgung als Verwendung eines sonstigen für Observationszwecke bestimmten technischen Mittels gem. § 100h StPO (Meyer-Goßner/Schmitt StPO, 58. Aufl. 2015, § 100 h Rn. 2; Bär in: Kleinknecht/Müller /Reitberger, StPO, § 100 g Rn. 32; Bär in: Wabnitz/Janovsky, Hdb. für Wirtschafts- und Steuerstrafrecht, 4. Aufl. 2014, Kap. 27 Rn. 138) oder als Erhebung von Verkehrsdaten gem. § 100g StPO (BGH, Beschluss vom 23.9.2014, Az. 1 BGs 210/14; BeckOK StPO/Hegmann § 100 g Rn. 9 b) zulässig ist .

Das Einbetten von unsichtbaren Bildern zum Zwecke der Feststellung, wann von welcher IP-Adresse auf Internetseiten zugegriffen wird oder eine E-Mail geöffnet wird, wird von vielen Providern, Softwareherstellern etc. standardmäßig angeboten und von vielen Webdienste-Anbietern und Webseitenbetreibern zu kommerziellen Zwecken genutzt, z. B. Google Analytics.