Skimming

Beim Skimming erlangt der Täter mithilfe einer Kamera oder eines Tastaturaufsatzes die PIN des Nutzers eines Geldautomaten. Der Täter bringt außerdem ein Kartenlesegerät auf die jeweilige Einzugsvorrichtung des Geldautomaten für die verwendeten Zahlungskarten auf. Damit kann er die auf dem Magnetstreifen der Zahlungskarten gespeicherten Daten auslesen. Auf der Grundlage dieser Informationen stellt der Täter (meist ein anderes Bandenmitglied) Kartendubletten her, die zur Bargeldabhebung im Ausland eingesetzt werden.

Das Auslesen der auf dem Magnetstreifen der Zahlungskarten gespeicherten Daten ist nicht als Ausspähen von Daten gem. § 202a StGB strafbar, weil beim Verschaffen der Daten keine besondere Zugangssicherung überwunden wird (BGH, Beschluss vom 06.07.2010, Az. 4 StR 555/09). Das Übertragen der Daten auf die Kartendoublette ist als Nachmachen einer Zahlungskarte mit Garantiefunktion gem. §§ 152a, 152 b StGB strafbar. Die Bargeldabhebung mithilfe einer gefälschten Karte, die echte Bank- und Kontodaten tatsächlich existierender Personen enthält, ist als Computerbetrug gem. § 263a StGB strafbar.

In den Jahren 2010 – 2014 wurden in Deutschland pro Jahr durchschnittlich 1.024 Angriffe auf Geldautomaten durch Skimming festgestellt mit einer stark rückläufigen Tendenz, 2014 waren es laut Bundeskriminalamt nur noch 222 Fälle. Im gleichen Zeitraum wurden im Ausland durchschnittlich 634 Angriffe auf Geldautomaten jährlich registriert, zuletzt 345 Fälle. Der Rückgang ist auf die Einführung der EMV-Chip-Technologie in den SEPA-Staaten im Jahr 2011 zurückzuführen. Die Täter fokussieren mittlerweile auf Nicht-Chip-Länder wie Indonesien, USA und Australien. Das Bargeld wird an Geldautomaten im außereuropäischen Ausland abgehoben, da innereuropäisch die Autorisierung der Transaktion ausschließlich über den Chip und nicht mehr über den Magnetstreifen erfolgt. Euro Kartensysteme verzeichnete 2016 einen Anstieg auf 369 Fälle (Gesamtschaden 1,8 Mio. Euro) und 2017 sogar 499 Fälle (Gesamtschaden 2,2 Mio. Euro) bundesweit.