Trojaner

"Ein Trojanisches Pferd, oft auch (eigentlich fälschlicherweise) kurz Trojaner genannt, ist ein Programm mit einer verdeckten, nicht dokumentierten Funktion oder Wirkung. Der Benutzer kann daher auf die Ausführung dieser Funktion keinen Einfluss nehmen - insoweit besteht eine gewisse Verwandtschaft mit Computer-Viren. Es ist jedoch keine Selbstreproduktion vorhanden. Als Träger für Trojanische Pferde lassen sich alle möglichen Anwenderprogramme benutzen." (Quelle: BSI)

Dazu ausführlich: Digitale Erpressung von iPhone-Besitzern

Schleust jemand auf einem fremden Rechner einen Trojaner ein, macht er sich wegen Ausspähen von Daten gem. § 202a StGB strafbar, da er eine Zugangs- oder Übermittlungsmöglichkeit der Daten geschaffen hat (Quelle: Bosch in: Satzger/Schluckebier/Widmaier, StGB, 2. Aufl. 2014, 202a Rn. 7).

Trojaner werden auch von staatlichen Stellen zur repressiven Strafverfolgung, zur präventiven Gefahrenabwehr oder zur nachrichtendienstlichen Informationsbeschaffung eingesetzt. Bekannt ist ein als Bundestrojaner bezeichnetes Programm zur Online-Durchsuchung, dessen Einsatz derzeit zur präventiven Gefahrenabwehr, jedoch (noch) nicht zur repressiven Strafverfolgung zulässig ist. Ein als Staatstrojaner bezeichnetes Programm der Firma DigiTask, welches für die in engen Grenzen zulässige Quellen-Telekommunikationsüberwachung eingesetzt wurde, analysierte der Chaos Computer Club im Jahr 2011 mit dem Ergebnis, dass die rechtlichen Grenzen technisch ohne Weiteres überschritten werden konnten.